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München legt ersten städtischen Bildungsbericht vor
München legt ersten städtischen Bildungsbericht vor
Bildungsgrad und Einkommen der Eltern bestimmen maßgeblich die Bildungschancen der Kinder.
Neuss, 19.10.2006
Vor diesem Hintergrund wurde der soziale Status der elterlichen Haushalte in den
152 Münchener Grundschulsprengeln mit dem Instrumentarium des Geomarketings
untersucht. Dabei kamen Komponenten des MOSAIC Datensystems von microm zum
Einsatz.
Die Analyse bildete die Basis für den ersten städtischen
Bildungsbericht Deutschlands in dieser differenzierten Systematik. Die
Erkenntnisse will die Stadt München nutzen, um das Betreuungsangebot für Kinder
aus sozioökonomisch schwachen Gebieten gezielt auszubauen.
Das Münchener Stadtgebiet gliedert sich in 152 so genannte
Grundschulsprengel, die das Einzugsgebiet der Schulen definieren und in der
Regel festlegen, wo ein Kind eingeschult wird. Die Schulsprengel als
geographische Einheit mit Stadtteilen und Straßennamen wurden mit Daten zum
Bildungsstand der elterlichen Haushalte bestückt.
Diese Daten lieferten das
sozioökonomische Panel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung und die
Variable Sozio des MOSAIC Datensystems von microm. Das Variablenpaket MOSAIC
Sozio enthält Angaben z.B. zu Status, Familienstruktur, Durchschnittsalter des
Haushaltsvorstandes und Ausländeranteil.
Es ermöglicht Aussagen zu Bildung und
Einkommen und lässt sich, wie das gesamte MOSAIC System, bis auf die Hausebene
anwenden. Aus Gründen des Datenschutzes werden mehrere, zu einem Wohnumfeld
gehörende Häuser zu einem so genannten microgeographischen Segment gebündelt,
das mindestens fünf, durchschnittlich acht Haushalte umfasst.
Die MOSAIC Daten sind ein Instrument zur raumbezogenen Zielgruppenbestimmung,
das klassischerweise eingesetzt wird, um (Direkt-)Marketingaktionen zu
optimieren. Für den Münchener Bildungsbericht wurden sie genutzt, um über die
Adresse die Bildungsstruktur eines jeden Grundschulsprengels zu analysieren.
Dazu wurden die elterlichen Haushalte in einem Wertebereich von 1 bis 9
betrachtet, wobei der Wert 1 den niedrigsten Status und der Wert 9 den höchsten
markierte. Der microgeographische Ansatz bestätigte die Annahme, dass die
Haushalte mit eher niedrigem Bildungs- und Einkommensstatus in Einzugsgebieten
von Grundschulen mit einer unterdurchschnittlichen Übertrittsquote zu
Realschulen und Gymnasien liegen.
Der städtische Bildungsbericht soll den politisch Verantwortlichen im
Münchener Rathaus als fundierte Entscheidungshilfe dienen, um die
Bildungschancen von Kindern aus sozioökonomisch schwachen Gebieten durch
gezielte Fördermaßnahmen zu verbessern. Der Bericht mit der
Bildungsstrukturanalyse, beauftragt infolge der Pisa-Studie und im September
dieses Jahres vom Rat der Stadt offiziell freigegeben, wird von nun an
turnusmäßig durchgeführt, um die Wirkung der Maßnahmen zu überprüfen und die
Bildungsentwicklung zu verfolgen.
Herausgeber: microm Micromarketing-Systeme und Consult GmbH
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