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Schuldneratlas 2007
Schuldneratlas 2007 Neuer Höchststand – aber Anstieg schwächt sich ab
Neuss, 22.02.2008
Gemeinsam mit CEG und Creditreform hat microm im Herbst die Entwicklung der Privatüberschuldungen unter die Lupe genommen. Das Ergebnis der Untersuchungen ist, dass die Überschuldung von Privatpersonen in Deutschland auch 2007 weiter zugenommen hat. Der Anstieg der gesamtdeutschen Schuldnerquote wird allerdings schwächer, was neben anderen als ein Effekt der guten konjunkturellen Lage 2007 zu werten ist. Für die Bundesrepublik wurde zum Stichtag 1. Oktober 2007 eine Schuldnerquote von 10,9 Prozent (Vorjahr:
10,7 Prozent) ermittelt. Das heißt, rund 7,3 Millionen Bewohner Deutschlands oder mehr als jeder zehnte erwachsene Einwohner gelten als überschuldet oder weisen zumindest nachhaltige Zahlungsstörungen auf.
Im Vergleich zu 2006 sind weitere 150.000 Schuldner hinzugekommen. Im Jahr davor war der Anstieg mit 170.000 Betroffenen noch etwas höher. Die Schuldnerquote liegt in den neuen Bundesländern (11,5 Prozent, ohne Berlin) höher als im Westen Deutschlands (10,7 Prozent). Allerdings hat die Überschuldung im Osten, wie bereits im Vorjahr, weniger stark zugenommen als im Westen Deutschlands. Insgesamt zählt Ostdeutschland rund 1,3 Millionen Überschuldete. Im Westen sind es rund 6 Millionen erwachsene Personen.
Überschuldung liegt vor, wenn ein Schuldner die Summe seiner fälligen Zahlungsverpflichtungen auch in absehbarer Zeit nicht begleichen kann und ihm weder Vermögen noch andere Kreditmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Oder kurz: Die zu leistenden monatlichen Gesamtausgaben übersteigen die Einnahmen. Die vertiefende Analyse belegt einen bedenklichen Trend: Trotz des konjunkturellen Aufschwungs gibt es keine Entspannung der Verbraucherüberschuldungsproblematik. Zwar mildert die zurückgehende Arbeitslosigkeit
den Anstieg der Schuldnerquoten. Allerdings müssen Jahr für Jahr mehr Bürger Privatinsolvenz anmelden, und die Zahl der überschuldeten Personen steigt weiter.

Arbeitslosigkeit und Scheidung – Verschuldungsursachen Nr. 1
Mehr als jeder zweite Überschuldungsfall (52 Prozent) lässt sich auf die Ursachen Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Scheidung zurückführen. Ein unangemessenes Konsumverhalten sowie eine unwirtschaftliche Haushaltsführung sind bei rund 16 Prozent der Fälle ursächlich für eine Überschuldung. Es folgen die so genannte Einkommensarmut (9,4 Prozent) und Suchtverhalten mit 4,6 Prozent.
Überschuldung immer jünger
Ein weiterer besorgniserregender Trend: Die Überschuldungsbetroffenheit bei den Jüngeren steigt stark an. Mittlerweile sind mehr als ein Prozent aller unter 20-Jährigen überschuldet. Die Schuldnerquote bei den 20- bis 29-Jährigen liegt 2007 bereits bei 8,6 Prozent. Innerhalb von nur drei Jahren ist dieser Prozentsatz um 1,1 Punkte angestiegen. Ältere Personen, insbesondere die Altersgruppe der 40- bis 49-Jährigen, verzeichnen im gleichen Zeitraum einen Rückgang der Schuldnerquote. Besonders problematisch ist,
dass junge Erwachsene von einer anhaltenden Zahlungsunfähigkeit im sozialen Umfeld stark betroffen sind. Zudem werden diese negativen Erfahrungen, verbunden mit einer mangelnden Teilhabe an Bildungsangeboten, generationsübergreifend weitergegeben.
Weitere Informationen: www.schuldneratlas.de
Herausgeber: microm Micromarketing-Systeme und Consult GmbH
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